Über 50 Jahre Geschichte und Geschichten

Seit dem Premierenstück „DerGußeiserne“ 1956 bis zu "Der richtige Riecher" 2011 habendie 55 Aufführungen der Theaterspieler bislang über 25.000 Zuschauer angelockt.
Hinzu kommen auch einige Einakterund Sketche, so z. B. zum Geburtstag der Ortsbäuerin, beim Jubiläum des EdelweißvereinsBad Feilnbach, der 25-Jahr-Feier der Bad-Erhebung oder auch der Jubiläumsabendzu unserem 50jährigen Geburtstag im Herbst 2006, an dem neben den offiziellen Vorträgen mitRückblicken und Ehrungen auch einige Sketche zum Besten gegeben wurden. Gottseidankist noch kein Stück ausgefallen, zweimal wurden aber wegen Todesfälle die Aufführungenverschoben.

Die abwechslungsreichen
Stücke, die von den bisherigen Spielleitern Andreas Mayr, Martin
Huber, Otto Altenbuchner, Lisi Ranner und Barbara Mayr einstudiert wurden,
trafen dabei offenbar stets den Geschmack des Publikums. Zum Repertoire gehören
ernste Werke wie „S’Marterl vom Auerberg“ oder der „Gschicht vom Anderlbauern“,
zumeist aber insbesondere heitere Stücke, wie „Kurbetrieb beim Kräuter-Blasi“
oder „Ballett am Jocklhof“, darunter auch fernsehbekannte bayerische Klassiker
wie „Der verkaufte Großvater“ oder „Die drei Eisbären“. Einige Theaterstücke
wie „s’Lenerl vom Königssee“, die „Pfiffige Urschl“, oder der „Bäckermeister
Striezl“ wurden auch schon wiederholt.

Wurdenanfangs bei regelmäßig zwei Aufführungen um die rund 300 Besucher gezählt, sokonnte die Besucherzahl kontinuierlich auf über 600 gesteigert werden. Seit1992 wird vier Mal gespielt, 2007 gleich fünf Mal und seit 2010 sind regelmäßig fünfAufführungen geplant.
Aus der Geschichte heraus befinden sich in unseren Archiven zahlreiche Geschichten und Anekdoten. Alleine aus diesen vielen humorvollen Begebenheiten und Aufzeichnungen, die sich nicht nur auf der Bühne, sondern oftmals auch hinter bzw. neben der Bühne ergeben, könnten zahlreiche Erzählungen geschildert werden. An dieser Stelle wollen wir allerdings nur wenige Eckdaten herausgreifen.
1956-1968: Die Anfänge in Dettendorf

Offiziell
fanden sich am 1. November 1955 auf Einladung von Baron Hermann von Lülsdorff
Georg Röpfl aus Forsting, Andreas Mayr von Dettendorf, Martin Huber von
Dettendorf, Johann Merbeth aus Gries und Sebastian Maier von Sonnenham im Hause
Lülsdorff zu einer Besprechung ein, weil in der Gemeinde Dettendorf der Wunsch auf
Gründung einer Theatergruppe geäußert worden war. Die Besprechung endete mit
dem Beschluss, eine Theatergruppe des GTEV „Edelweiß“ Dettendorf/Kematen zu
gründen. „Zweck und Ziel der Gruppe ist, das Laienspiel zu fördern, heimische
Sitte, Mundart und Brauchtum zu pflegen und ernste und heitere Stücke zur
Aufführung zu bringen. Ausgeschlossen sind Stücke, welche gegen die Religion
und Moral verstoßen. An einem kernigen bayerischen Ausdruck wird jedoch kein Anstoß
genommen. ….“

Mit
einer Spende von 500 DM zum Bühnenbau (dies entspricht unter Berücksichtigung
der Inflationsrate nach heutigem Stand 1.050 Euro) unterstützte der Baron die
Gründung maßgeblich. Er blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1968 ein großer
Förderer der Gruppe.
Nach
der nur mündlich überlieferten inoffiziellen Version hat der damalige
Jostl-Knecht und erste Regisseur Anton Stadler dem Baron glauhaft vorgemacht,
dass er ein Theaterstück geschrieben habe, aber „sie haben keine Bühne, um das
Stück aufzuführen“. Dies soll den Baron schließlich zu dem vorgenannten
Zuschuss bewogen haben.

Nach einer verhältnismäßig
kurzen Vorbereitungszeit hob sich dann am 19. März 1956 im Kammerlohersaal in
Dettendorf zum ersten Mal der Vorhang. Für die Ansage sorgte im Übrigen seit
jeher der jeweilige Vorstand des Trachtenvereins, der Eintritt betrug damals
1,20 DM.
1972-2008: Vorhang auf in Kematen

In einer Lagebesprechung wurde vereinbart, dass in Kematen im neuen Saal weiter gemacht werden soll. Doch die Bühnenarbeiten wurden und wurden - obgleich das Stück einstudiert und bei den Spielern sich bereits eine gewisse Ungeduld breit machte - nicht fertig. Mit Verspätung war es dann im September 1972 schließlich soweit und die noch junge Theatertradition konnte in Kematen fortgesetzt werden.
Seitdem haben wir in Kematen unsere Heimat: mit Ausnahme der Jahre 1969 bis 1971 wurde also jedes Jahr ab dem Palmwochenende ein abendfüllendes Stück mit mehreren Akten aufgeführt. Von 1985 bis 2008 wurde zusätzlich auch eine Nachmittagsvorstellung angeboten, seither aus terminlichen Gründen allerdings nicht mehr.

Einmal übrigens drohten die Aufführungen auszufallen: als Christoph Impler erkrankte musste kurzfristig dessen Bruder Sepp als Retter in der Not einspringen und innerhalb von zwei Tagen 140 Einsätze lernen.
Schon in dieser Zeit konnten die Theaterer dabei zahlreiche Gäste begrüßen: so wurden beim
25jährigen Jubiläum 1981 bei lediglich zwei Aufführungen in der Summe
528 Besucher. Seit 1987 werden den Aufführungen Programmzettel beigelegt, im Jahr 2000 war nicht nur der
Jahrtausendwechsel, sondern auch eine Bühnenerweiterung zu vermerken. Neben dem
Bühnenbau wurde auch an eine Lautsprecheranlage neu installiert.

Im
Laufe der Zeit stiegen also die eigenen Ansprüche an die Stückeauswahl,
die Technik, Bühnenbau und Spielkultur - veranlasst auch durch die 1983
eingeführten Videoaufnahmen, die nahezu jeden Spieler selbstkritisch zu
Leistungssteigerungen animierten. Parallel dazu wurden mehr und mehr
Stücke zeitgenössischer Autoren einstudiert und so wurden die früheren
Favoriten wie Maximilian Vitus oder Franz Schaurer in jüngerer Zeit
durch Ulla Kling und Peter Landstorfer ersetzt. So sorgten Stücke wie
"Ratsch und Tratsch", "Da Rauberpfaff", "G'schicht vom Anderlabuer"
oder besonderes "Zu wenig und zu viel" in den letzten Jahren für beste
Theaterunterhaltung.
Das Dettendorf-Kemater Ensemble bewies damit, dass es sich durchaus mit größeren Bühnen messen darf.
Seit 2009: eine neue Ära in Kematen
VorJahren beschloss die Familie Weingast einen neuen größeren Saal zu errichten. MitBeginn der Planungen und Bauarbeiten war auch klar, dass der Theatergruppe vielArbeit bevorstand, musste man sich doch um einen komplett neuen Bühnenbau kümmern.Unsere Aufführungen zum „A Kufern“ 2008 waren sodann die letzten im altenKemater Saal.
Angesichts der Dimension des neuen großen Saals beschloss man, nur dielinke Hälfte zu nutzen, da dies für eine Größenordnung von bis zu 160 Besuchernausreichen würde und der Wirt nun die Möglichkeit besitzt parallel zu denintensiven Proben die rechte Saalhälfte für eine weitere Veranstaltung zunutzen.
DieFrage nach dem Zeitpunkt der Realisierung des Umzugs stand langeauf der Kippe – erst im Januar 2009 war schlussendlich klar, dass mansich trauenwollte und bereits wenige Wochen später mit komplett neuer Bühnespielen wollte.Unter der Federführung von Peter Jackl wurden fortan zahlreicheArbeitsstundengeopfert um diesen Kraftakt sicherzustellen. Finanziert wurde derNeubau aus den finanziellen Rücklagen der Theatergruppe, derUnterstützung durch den Hauptverein sowie durch den Erlös desKesselfleischessens an Pfingsten 2009 durch den Dirndl- undBurschenverein Dettendorf.
Gespielte Stücke
| 1956 | Gußeiserner |
| 1956 | Das sündige Dorf |
| 1958 | Die 3 Eisbären |
| 1959 | Sündenfall |
| 1960 | Töchter Josephs |
| 1961 | Lachender Erbe |
| 1962 | Sag die Wahrheit |
| 1963 | Lenerl vom Königsee |
| 1964 | Bekehrungsanderl |
| 1965 | Der verkaufte Großvater |
| 1966 | Prämienkind |
| 1967 | Birnbaum-Bankerl |
| 1968 | Falsche Katz |
| 1972 | Fürst Wastl |
| 1973 | Flori rückt ein |
| 1974 | Alles in Ordnung |
| 1975 | Depperter Jahrgang |
| 1976 | Pfannenflicker |
| 1977 | Lenerl vom Königsee |
| 1978 | Verliebter Spion |
| 1979 | Kurbetrieb beim Kreiter Blasi |
| 1980 | Die Pfiffige Urschl |
| 1981 | Jägersteig-Marterl |
| 1982 | Töchter Josephs |
| 1983 | Unkraut verdirbt net |
| 1984 | Seine Majestät der Kurgast |
| 1985 | Ein guter Einfall |
| 1986 | Bäckermeister Striezl |
| 1987 | Die Eisheiligen und die kalte Sophie |
| 1988 | Opas Glückstreffer |
| 1989 | A Zipferl vom Glück |
| 1990 | S' Zuckerpupperl |
| 1991 | Die Geisterbraut |
| 1992 | Gockel-Kriag |
| 1993 | Bonifaz schlog zua |
| 1994 | Ballett am Jocklhof |
| 1995 | Christine Burgstaller |
| 1996 | Alles Müll oder net |
| 1997 | Die pfiffige Urschl |
| 1998 | S' Marterl am Auer Berg |
| 1999 | Die Powerpaula |
| 2000 | Die 3 Wildkatzen |
| 2001 | Ratsch und Tratsch |
| 2002 | Gschicht vom Anderlbauer |
| 2003 | Der Rauberpfaff |
| 2004 | Umdraaht |
| 2005 | Das rotseidene Höserl |
| 2006 | Bäckermeister Striezl |
| 2007 | Zu wenig und zu viel |
| 2008 | A Kufern |
| 2009 | Wia's Leben so spuid |
| 2010 | D'Wahl-Lump'n |